Unterstützung für das Oral History-Projekt Dersim 1938 (von Prof. Deborah Dwork)

Prof. Deborah Dwork
Professorin für die Geschichte des Holocaust
Direktorin des Strassler-Forschungszentrums für Holocaust- und Genozid-Studien,
Clark-University

Ich fühle mich geehrt, das ,Oral History-Projekt Dersim 1938’ unterstützen zu können. Dieses Projekt, welches eine Initiative von großem historischem Gewicht ist und eine enorme Bedeutung hat, zielt darauf ab, die mündlichen Berichte von Überlebenden und Zeugen des Dersim-Massakers aufzuzeichnen. Das Alter diktiert die Dringlichkeit. Jetzt ist die Zeit, diese Stimmen festzuhalten; jetzt ist die Zeit sicherzustellen, dass jene, die gelitten haben und jene, welche gesehen haben, ein dauerhaftes historisches Zeugnis hinterlassen.

Ich beteilige mich an dem Dersim Oral History-Projekt deswegen, weil ich, eine Historikerin des Holocaust, welche Hunderte von mündlichen Berichten von überlebenden Kindern und Rettern aufgezeichnet hat, die grundlegende Bedeutung dieses Unterfangens erkenne. Die Geschichte einer jeden Person ist ein Faden; gemeinsam weben sie einen reichen Teppich historischer Erfahrung. Ich biete dem Projekt meine Erfahrung und meine akademische Sachkenntnis an. Und ich entbiete allen, die daran beteiligt sind, meine besten Wünsche. Ihr werdet eine reine Idee in ein reiches Archiv verwandeln, das von den kommenden Generationen genutzt werden wird.

Mit freundlichen Grüßen

Was bedeutet Tertele?

Die noch lebenden Überlebenden der Massaker in Dersim bezeichnen die Vorkommnisse von 1938 mit ‚Tertele’, den Tag, an dem die Welt unterging. Das Wort ‚Tertele’ ist mittlerweile in der Gesellschaft Dersims Teil des generationsübergreifenden Gedächtnisses geworden, das mittlerweile im Zusammenhang mit dem Genozid in Dersim gebräuchlich ist.