Interview mit Hemedê Seydê Baki

Als im Juli 1938 die Soldaten das Dorf überfielen, versteckte seine Mutter ihren Sohn in einer Steinhöhle. Aus dieser Höhle heraus beobachtete der siebenjährige Junge, wie der Mutter beide Brüste abgeschnitten und seinem Onkel der Kopf vom Rumpf getrennt wurde.


Seine Schwester, die das Massaker überlebt hatte, wurde vom Militär mitgenommen, und man hat nie wieder etwas von ihr gehört; sie ist eine der verschollenen Töchter Dersims...
„Ich wuchs vor den Türen der Anderen auf, hatte keine Mutter und keinen Vater, nicht einmal Geschwister, hatte keinen Halt, keinen Zweig, an dem ich mich festhalten konnte.“
Er erzählte seine schreckliche Geschichte unter Tränen.

    1.    Ich finde „Kopf vom Rumpf trennen“ viel stärker als „köpfen“. „Enthaupten“ enthält „Haupt“, etwas Vornehmes („enthauptet“ werden Könige oder Persönlichkeiten durch eine „stilvolle Hinrichtung“ nach einem Prozeß).
    2.    Gänsefüßchen werden im Deutschen (im Unterschied zum Englischen) anfangs unten gesetzt. Das ist natürlich eine Kleinigkeit, aber ich finde, NICHTS darf die Wahrnehmung des Inhalts stören. Deshalb auch die Frage:
    3.    Daß er seine Geschichte unter Tränen erzählt – WO steht das im Text? Bitte auch an dieser Stelle belassen! (Unsereiner versucht oft, etwas in der anderen Sprache wiederzuerkennen. Und ich sehe nach dem Zitatende nichts. So etwas bricht die Betroffenheit, stört die Aufnahme und hindert die Verstärkung durch die Originalsprache!)
    4.    Wurde die Schwester mitgenommen, oder nahm das Militär die Schwester mit? Ich weiß nicht, wie wichtig die passive Form ist. Ich fände die aktive Form besser:
    5.    „Seine Schwester, die das Massaker überlebt hatte, nahm das Militär mit...“. „Wurde mitgenommen“ klingt ziemlich harmlos bis mildtätig. Wenn passivisch, dann bitte „verschleppt“. Es sei denn, Ihr wollt sehr zurückhaltend formulieren.

 Hemedê Seydê Baki
(geboren 1931 in Mezra/ Pülümür)
Datum und Ort des Interviews:
Interviewer: Cemal Taş & Yaşar Kaya

Hemedê Seydê Baki
(1931 Mazra Koy, Pulemuriye)
Söyleşi Tarihi ve yeri:
Söyleşi Yapan : Cemal Taş & Yaşar Kaya
1938 Temmuz ayında asker Askerek köyünü bastığında annesi oğlunu bir taşın ovuğuna saklar. 7 yaşında bir çocuk saklandığı yerden Annesi’nin göğüsleri kesilerek, amcasının ise başını kesilerek öldürülmelerini izler. Hayat’ da kalan bir kızkardeşi ise asker tarafından birlikte götürülür ve kendisinden bir daha haber alamaz, Dersim’in kayıp kızlarından yanlızca birisi.
“Ez xorê  sey bine pil. (Ben yetim büyüdüm) Onun bunun kapısında büyüdüm. Öksüzdüm, annem yoktu, babam yoktu, kardeşim yoktu, tutunacak dalım yoktu, dal atacak kimsem yoktu.”

1938i asma amnonia vırene de esker amo Askirek. Mae lazê xo pee kemere de darena we. Esker pee mae ceno verê cımu de cıcıku bırneno, kıseno. Api ki sarrebırnene. Ju waa xo wes manena, ae ki esker tey beno, reyna cıra xeverê nêceno. A ki çênunê vindbiyaurawa.
“Ez xorê  sey bine pil. Çêverê sar de bine pil. Sey bine, maa mı çine biye, piyê mı çine bi, bıraê mı çine bi, lızgê çine bi ke peêbıcerine, lızgê mi çine bi ke bıErjine.”

Was bedeutet Tertele?

Die noch lebenden Überlebenden der Massaker in Dersim bezeichnen die Vorkommnisse von 1938 mit ‚Tertele’, den Tag, an dem die Welt unterging. Das Wort ‚Tertele’ ist mittlerweile in der Gesellschaft Dersims Teil des generationsübergreifenden Gedächtnisses geworden, das mittlerweile im Zusammenhang mit dem Genozid in Dersim gebräuchlich ist.