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Anlässlich des achzigsten Jahrestages des Völkermordes an den Dersimern, schrieb Frau Carina Gödecke (Landtagspräsidentin) ein Grußwort. Die unter der Schirmherrschaft der NRW SPD stattfindende Gedenkveranstaltung wurde durch die Dersim Gemeinde Bochum e.V. organisiert. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Dersim Kultur Gemeinde Bochum, Dersim Jugend, Bund der alevitischen Jugendlichen und vom BDAS.

Aliyê Çê Tikmey

 Aliyê Çê Tikmey („Ali aus dem Hause der Tikmes“), geb. 1927 in Tevnası (Dersim)

Sein Vater wurde bei einem Schusswechsel getötet. Er wurde Augenzeuge der Massaker von Marçik, Qıl und Tevnası. Von seiner Familie wurden zwölf Personen getötet; er und sein älterer Bruder haben überlebt. Er selbst wurde nach Samsun, seine Bruder nach Sinop zwangsumgesiedelt. Sie konnten sich nach zehn Jahren wiedersehen.
„Dersim ist nicht irgendetwas, was man zur Sprache bringen kann... In Tewnasi sind um die 150 bis 200 Menschen getötet worden. Die Knochen befinden sind noch dort, sollte festgestellt werden.“

Besi Uluengin

Besi Uluengin, geb. 1932 in Dersim

Juli 1938 wurde ihre ganze Familie getötet – nur sie und ihre ältere Schwester haben überlebt. Ein Offizier namens Memed Ali hat sie und ihre Schwester mit sich genommen (verschleppt).  Sie lebt in Samsun und ist nie mehr nach Dersim zurückgekehrt. Im Jahr 2008 wurde sie von FDG-Generalsekretär Mehmet Gülmez gefunden und im Rahmen des Oral History-Projekts interviewt.

Fata Hesenê Khali

Fata Hesenê Khali, geb. 1923 in Fındıqen (Dersim)

„Man hat die Männer gesammelt, irgendwo hingebracht, wir wissen nicht, wohin sie gebracht worden sind. Die Frauen wurden auch zusammengeholt und nach Taptike gebracht. Mit der Frau von Memê Temır und anderen Frauen sind wir zum Ort des Massenmordes (Hopık) gegangen, um nachzusehen, wer getötet worden war und wer noch lebte. Unter den Toten waren ihr Mann und ihre Söhne und noch weitere Verwandte. Unter den Toten befanden sich auch schwangere Frauen, Kinder, Eltern. Süleyman Ağa und seine Frau sind unter den Leichen am Leben geblieben.“

Was bedeutet Tertele?

Die noch lebenden Überlebenden der Massaker in Dersim bezeichnen die Vorkommnisse von 1938 mit ‚Tertele’, den Tag, an dem die Welt unterging. Das Wort ‚Tertele’ ist mittlerweile in der Gesellschaft Dersims Teil des generationsübergreifenden Gedächtnisses geworden, das mittlerweile im Zusammenhang mit dem Genozid in Dersim gebräuchlich ist.